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Unsichere Zeiten für die Immobilienbranche: Was Fachleute in Europa wissen müssen

  • Best Practices & Trends
Veröffentlicht von Camille Charlier - 22 November 2022
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Auch wenn Wohnimmobilien nach wie vor als stabile Wertanlage gelten, hat die globale Wirtschaftslage in der Branche Spuren hinterlassen. Nach einem nahezu ungebrochenen Aufwärtstrend und Preissteigerungen in allen Industrieländern, begünstigt durch starkes Wirtschaftswachstum und niedrige Zinsen, steht der europäische Wohnimmobilienmarkt vor einem Umbruch.

Welche Faktoren treiben diese Veränderungen an? Welchen Marktentwicklungen sollten Immobilienspezialisten besondere Aufmerksamkeit widmen? Wie können Immobilienspezialisten die Herausforderungen besser bewältigen?

In diesem Artikel geben wir Einblick in die aktuelle Marktsituation.


Welchen Marktentwicklungen sollten Immobilienspezialisten besondere Aufmerksamkeit widmen?


1. Die Abkühlung des Immobilienmarktes spiegelt sich in der Kauf- und Verkaufsdynamik vieler Länder wieder

Der sprunghafte Anstieg der Energiepreise und Lebenshaltungskosten als Folge des Ukraine-Kriegs hat vielfältige Auswirkungen auf den Immobilienmarkt gehabt, etwa in Form von steigenden Baukosten und Lieferengpässen bei Baumaterialien. Hinzu kommen steigende Zins- und Inflationsraten sowie die Einpreisung der gestiegenen Energiekosten in den durch die Banken kalkulierten Immobiliendarlehen. Dies wirkt sich unmittelbar auf die Kaufkraft potenzieller Käufer aus und belastet das Budget angehender Hausbesitzer zusätzlich.

Diese Faktoren haben dazu geführt, dass der europäische Wohnimmobilienmarkt in den letzten Monaten an Tempo verloren hat. Diese Verlangsamung spiegelt sich in der Kauf- und Verkaufsdynamik in vielen Ländern sowie einer gedämpften Stimmung am Hypothekenmarkt insbesondere unter Erstkäufern wider. Deutschland ist hier ein gutes Beispiel. Bei der Betrachtung unserer Angebotsdaten der letzten Monate sind uns einige interessante Entwicklungen aufgefallen:

  • Zunahme der Anzahl online veröffentlichter Inserate
  • Längere durchschnittliche Verweildauer der Angebote auf dem Markt
  • Zunahme der Anzahl von Angeboten, bei denen der Verkaufspreis mindestens einmal nach unten korrigiert wurde, z. B. aufgrund fehlender Kaufinteressenten

Diese Entwicklungen deuten auf eine Verlangsamung der Immobilienpreissteigerungen oder sogar einen Preisrückgang in den kommenden Monaten hin.

2. Durch die Energiekrise werden ESG-Themen relevanter denn je

Angesichts der globalen Erwärmung rücken ESG-Faktoren zunehmend in den Fokus. Durch regulatorische Änderungen und die politischen und wirtschaftlichen Ereignisse der jüngsten Vergangenheit sind ESG und Gebäudeeffizienz für Immobilien- und Finanzexperten inzwischen zu wichtigen Schwerpunktthemen geworden. Speziell ist hier zu nennen:

  • auf europäischer Ebene die Überarbeitung der Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (EPBD, 2021) sowie die „Renovation Wave“-Strategie, die den bestehenden Rechtsrahmen modernisiert, um den ehrgeizigen Zielen der EU gerecht zu werden.

  • auf nationaler Ebene neue und aktualisierte Energievorschriften wie der neue Energieeffizienzstandard „Effizienzhaus-55“ in Deutschland, der die Anforderungen an den zulässigen Primärenergiebedarf eines Neubaus erhöht, oder die überarbeitete Berechnungsmethode für die Energieeffizienzdiagnose in Frankreich (diagnostic de performance énergétique, kurz DPE). Ein weiteres Beispiel findet sich in der Schweiz, wo Energie- und ESG-Beratung für Banken künftig verpflichtend ist, was zusätzliche Probleme und Herausforderungen mit sich bringt, da die Banken rasch neue Standards einführen müssen, um den neuen Anforderungen zu entsprechen.

  • Auf politischer Ebene hat der Angriff auf die Ukraine zu einem sprunghaften Anstieg der Energiepreise geführt und den Handlungsbedarf beim Thema Gebäudeenergieeffizienz weiter verschärft.

Mithilfe unserer automatischen Bewertungsmodelle haben wir unlängst die Auswirkungen von Energieeffizienzlabeln auf Immobilienpreise in Frankreich, Deutschland und den Niederlanden untersucht. Die Daten zeigen wenig überraschend, dass Energieeffizienzbewertungen eindeutige Auswirkungen auf die Immobilienpreise in Europa haben (und höchstwahrscheinlich auch künftig haben werden). Nachfolgend einige Beispiele:

Wesentliche Feststellungen:

  • Häuser mit schlechter Energiebilanz sind in Frankreich bis zu 15 % weniger wert. 🇫🇷
  • Häuser mit schlechter Energiebilanz werden in den Niederlanden bis zu 16 % niedriger bewertet. 🇳🇱
  • In Deutschland fallen die Preise für nicht energieeffiziente Immobilien bis zu 17 % niedriger aus. 🇩🇪

Quelle: PriceHubble, 2022


Laden Sie unser Ebook herunter, um mehr über die Auswirkungen von Energieeffizienzlabeln auf Immobilienpreise und die aktuellen Energieeffizienz-Trends im europäischen Immobiliensektor zu erfahren:

Ebook

Welche Auswirkungen haben Energieeffizienzlabel auf Immobilienpreise?

Erfahren Sie mehr darüber, wie sich die Energieeffizienz tatsächlich auf die Immobilienpreise in Europa auswirkt. Angesichts der globalen Erwärmung und der Suche nach Lösungen für eine grünere Zukunft rücken ESG-Faktoren zunehmend in den Fokus. Doch für die Immobilienbranche gibt es dabei eine große Herausforderung: Zwar stehen ESG-Themen und die Energieeffizienz von Gebäuden inzwischen ganz oben auf der Agenda von Immobilien- und Finanzexperten, doch zu vielen relevanten Fragestellungen gibt es keine vollständigen, verlässlichen und aktuellen Daten. Dieses Ebook unternimmt anhand der Bewertungsmodelle von PriceHubble eine Auswertung und liefert belastbare aktuelle Daten zur Energieeffizienz in verschiedenen EU-Ländern.  Erfahren Sie in diesem Ebook:   wie sich Energieeffizienz-Zertifikate innerhalb der EU unterscheiden  wie sich Immobilien, die in den letzten Jahren in Frankreich, Deutschland, den Niederlanden, Belgien und Österreich inseriert wurden, nach Energieeffizienzklasse verteilen welche Auswirkungen Energieeffizienzlabel auf Immobilienpreise in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden haben.

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Was bedeuten die jüngsten Entwicklungen für Immobilien- und Finanzexperten?

Die derzeitige Marktsituation stellt für Immobilien- und Finanzexperten eine echte Herausforderung dar. Es gilt, einige zentrale Themen im Blick zu haben, um in diesem speziellen Umfeld erfolgreich bestehen zu können.

Für Immobilienmakler und -vermittler wird es künftig immer wichtiger, zu verstehen, wie und mit welcher Geschwindigkeit sich die Marktdynamik verändert. Um den richtigen Käufer für die richtige Immobilie zu finden, müssen sie ihre Bemühungen künftig verdoppeln und genau wissen, welcher Kaufpreis sich erzielen lässt.

Um den optimalen Kaufpreis definieren zu können, müssen Immobilienmakler außerdem zunehmend in der Lage sein, nachzuvollziehen, wie sich die einzelnen Merkmale eines Objekts auf den Immobilienwert auswirken. Während Makrofaktoren eine wichtige Rolle spielen und Immobilienpreise auf regionaler oder nationaler Ebene beeinflussen können, dürfen auch Mikrofaktoren wie der energetische Zustand einer Wohneinheit oder die detaillierte Aufführung des Renovierungsbedarfs nicht unterschätzt werden.

Einer der Mikrofaktoren, der zunehmend an Bedeutung gewinnt, ist, wie eingangs erwähnt, das Energieeffizienzniveau einer Immobilie. Der Zugang zu präzisen ESG-Daten ist für Immobilienprofis inzwischen unverzichtbar geworden, um die Auswirkungen der Energieeffizienz auf den Immobilienpreis beurteilen zu können. Die Nutzung solcher Daten kann Immobilien- und Finanzexperten in mehrfacher Hinsicht helfen:

  • Banken können klima- und energiebezogene Risiken besser in ihren Kreditrisikomodellen berücksichtigen.

  • Institutionelle Anleger können die Auswirkungen von Energieeffizienzbewertungen auf ihr Portfolio richtig einschätzen und ihre Investitionsstrategien darauf abstimmen.

  • Finanzberater, Händler, Vermittler und Immobilienmakler können ihren Kunden in diesen unsicheren Zeiten Gewissheit vermitteln und sie besser darüber informieren, welche Renovierungsmaßnahmen sie an ihren Immobilien vornehmen müssen.

  • Zudem können sie potenziellen und bestehenden Kunden genaue Informationen zur Energiebewertung von Immobilien liefern. Die Energieeffizienzklasse wird zu einem immer wichtigeren Kaufkriterium, und Hauskäufer berücksichtigen bei ihrer Suche immer häufiger die lokalen Energieversorgungskosten.


„Heute und insbesondere in diesen unsicheren, volatilen Zeiten, sind Daten und Transparenz von entscheidender Bedeutung bei der Bewältigung der durch die aktuelle Marktsituation verursachten Herausforderungen“

- Stefan Heitmann, Gründer und Verwaltungsratspräsident, PriceHubble


Präzise und verlässliche Immobiliendaten sind angesichts der aktuellen Herausforderungen wichtiger denn je

In einem Klima, das von hoher Inflation und Marktvolatilität geprägt ist, kann der Einsatz von Technologien wie jener von PriceHubble für Immobilien-, Kredit- und Vermögensspezialisten einen echten Unterschied machen. Die datengestützten Modelle bestimmen auf der Grundlage mehrerer hundert preisbestimmender Einflussgrößen den statistisch wahrscheinlichsten Markt- und Mietpreis einer Immobilie. Anhand der erlernten Muster und Marktkorrelationen können sie zudem Prognosen über die Wertentwicklung einer Immobilie über die nächsten zwei Jahre treffen. „Diese neuen Bewertungsmodelle haben sich bereits etabliert und werden langfristig eine immer wichtigere Rolle im Immobilien- und Finanzbereich spielen“, so Stefan Heitmann, Gründer und Verwaltungsratspräsident von PriceHubble. So hat die Europäische Bankenaufsichtsbehörde in ihre Leitlinien zur Kreditvergabe und -überwachung, die im Mai 2020 überarbeitet wurden, Anforderungen an digitale Lösungen aufgenommen, welche die Nutzung von statistischen Modellen bei der Bewertung von Immobilien ermöglichen.

Transparenz bildet den Kern der Aktivitäten von PriceHubble und ist der Schlüssel, um sich auf dem aktuellen Markt erfolgreich zu bewegen: „PriceHubble wurde 2016 mit dem Ziel gegründet, die Immobilienmärkte transparenter zu machen. Heute und insbesondere in diesen unsicheren, volatilen Zeiten, sind Daten und Transparenz von entscheidender Bedeutung bei der Bewältigung der durch die aktuelle Marktsituation verursachten Herausforderungen“, so Stefan Heitmann. „Mit dem Immobilienverkauf oder der Darlehensvergabe allein ist es nicht mehr getan: Immobilien- und Finanzexperten müssen ihren Kunden künftig die richtigen Tools zur Verfügung stellen, mit denen diese die Wertentwicklung ihrer Immobilie im Blick behalten können. Das, was die Branche jahrzehntelang gemacht hat, nämlich die Immobilie und ihren Wertverlauf zu betrachten, reicht einfach nicht mehr aus. Wir stellen die entsprechenden Datenlösungen bereit, um ein neues Level des Customer Engagements zu ermöglichen.“

Neben dem Bedarf an größerer Transparenz wächst unter Finanz- und Immobilienprofis das Interesse an Zukunftsthemen wie ESG. „Ich bin überzeugt, dass ESG als Daten- und Skillset auf dem Immobilienmarkt der Zukunft wichtiger denn je sein wird“, so Stefan Heitmann. Zugang zu akkuraten, verlässlichen und umfassenden Energieeffizienzdaten ist unerlässlich, allerdings variiert die Verfügbarkeit solcher Daten von Land zu Land. Hier will PriceHubble Abhilfe schaffen: „Ob Einzelinvestoren, Käufer, Mieter, institutionelle Parteien oder Finanzinstitute – Energieeffizienz wird für alle zu einem immer wichtigeren zu berücksichtigen Faktor. Als führender Anbieter für ESG-bezogene Immobilienanalysen wird PriceHubble auch künftig Orientierungshilfe und fundierte Einblicke in diesem Bereich bieten.“

Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie Immobiliendaten und -einsichten Immobilienexperten dabei helfen können, die marktbedingten Herausforderungen zu bewältigen, sprechen Sie uns gerne an.


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